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Aussenansicht Ennetweg

ЕНЕ

willkommen im glashaus

Das Wohn- und Geschäftsensemble am Ennetweg in Luzern – oder: eine kleine Geschichte der transparenten Architektur.

Es gibt Architektur – und es gibt transparente Architektur. Transparent nicht einzig im Sinne von konstruktiv offenkundig oder ideell selbsterklärend; sondern auch im Sinne von effektiv durchsichtig: Glasfronten, Glasböden, Glasmöbel. Die Idee ist nicht neu, im Gegenteil: Sie ist 2000 Jahre alt. Populär wurde sie aber erst 1851 mit der Errichtung des «Crystal Palace» in London.

Ganz aus Glas und Gusseisen gebaut, war der «Kristallpalast» eine Sensation und beherbergte die erste Weltausstellung. Inspiriert waren seine Erbauer von gläsernen Gartenhäusern zur ganzjährigen Aufzucht von Pflanzen, die es schon ab dem 16. Jahrhundert in Korea, den Niederlanden oder England gab. Das Konzept dieser «Treibhäuser» ist noch älter, es wurde bereits 30 Jahre n. Chr. in Rom erdacht, um dem amtierenden Kaiser jederzeit Gurken zur Erhaltung dessen kritischer Gesundheit servieren zu können.

Die Antiburg steht seit 2015 am Luzerner Stadtrand. Hier modernisierte Gole ein Haus von 1943. Der grosszügige Garten auf der Parzelle durfte für einen zusätzlichen Neubau in Eigenregie genutzt werden. Resultat ist ein vierteiliges Wohn- und Büroensemble. Ein Ort für Kreative: gebaut wurde, nach japanischem Vorbild, auf engem Raum in die Höhe.

Eine haushohe Fensterfront wirft Licht à discretion. Die Etagen sind nicht durchgezogen und schaffen so eine ungewohnte Offenheit über die ganze Gebäudehöhe. Jeder Zentimeter wird genutzt: Das Treppenhau ist auch ein Regal, die Wand auch ein Schrank, der Sichtbeton wahlweise Boden, Sitzbank oder Duschwanne. Und überall dazwischen: Glas, Glas, Glas. Gläserne Zwischenböden, gläserne Zimmerwände, gar ein gläsernes Badezimmer – für die Nachbarn allerdings blicksicher angeordnet.

Diese Konsequenz muss als konsequent beurteilen, wer heute auf der Seite des Fortschritts stehen will: Ist doch die gebaute Transparenz lediglich ein Abbild der digitalen ohnehin bereits geschaffenen Durchlässigkeit.

Eine 2000-jährige Idee, umgesetzt für das 21. Jahrhundert: Willkommen im Glashaus.

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